Kurzberichte

Rohstoffbasis und Absatzmarkt. Die Arbed im Aachener Revier.

Mit Beiträgen zur Geschichte des Aachener Hütten-Aktien-Vereins Rothe Erde (Michael Käding), des Eschweiler Bergwerks-Vereins (Jörg Wiesemann), der Kabelfabrik Felten & Guilleaume (Alexander Faridi), der Eschweiler-Drahtfabrik-Compagnie (Norbert Gilson) und des luxemburgischen Ingenieurkorps (Benôit Majerus).

Der zweite Band der Aachener Studien versammelt sechs Artikel zu den Beziehungen des Aachener Reviers zur Arbed, dem bedeutendsten Unternehmen der luxemburgischen Montanindustrie. Am Beispiel des Aachener Hütten-Aktien-Vereins Rothe Erde, des Eschweiler Bergwerks-Vereins, der Kabelfabrik Felten & Guilleaume, der Eschweiler- Drahtfabrik-Compagnie und des luxemburgischen Ingenieurkorps entwickeln die Autoren das Raster von institutionellen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen, von persönlichen Netzwerken, Ressourcen und Verkehrsinfrastruktur in dem Unternehmensentscheidungen fallen. Die Autoren rekonstruieren die Aktivitäten eines europäischen Konzerns, der seit seiner Gründung in einer Folge zyklischer Extraktionen und Kontraktionen nach optimalen Standortbedingungen suchend, bald das nahe liegende Aachener Revier als Standort entdeckte, ehe die letzte europäische Montankrise wieder zum Rückzug führte. Vor diesem Hintergrund fügen sich die Beiträge zu einem differenzierten Bild grenzüberschreitender, unternehmerisch-dynamischer Strukturbildung. Sie leisten aus unternehmens-, wirtschafts- und sozialhistorischen Blickwinkeln einen Beitrag zum Verständnis der Dynamik grenzüberschreitender Wirtschaftsstrukturen; ein Sachverhalt, der speziell für das Land an Maas und Rhein als erst rudimentäre erforscht gelten kann und zudem aktuelle Relevanz aus dem politischen Konzept des "Europa der Regionen" bezieht.

Bibliographische Angaben:
Rohstoffbasis und Absatzmarkt. Die Schwerindustrie des Großherzogtums Luxemburg und das Aachener Revier (=Aachener Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschicht, Bd. 2, hg. von Paul Thomes), Aachen 2005